Krankenkasse: Ablehnung von Handschuhen

K
Hat­te ich eigent­lich schon mal erwähnt, dass wir, der Pfle­ge­dienst und die Betreu­er aus der Kita, für das tra­chea­le Absau­gen, also für den Luft­röh­ren­schnitt, Ein­weg-Hand­schu­he ver­wen­den? Nee, ich glaub noch nicht, war auch noch nicht not­wen­dig, na viel­leicht schon. Aber nun wird es The­ma, der Grund: Die Kran­ken­kas­se lehnt nach über 18 Mona­ten die wei­te­re Kos­ten­über­nah­me der Hand­schu­he ab, da sie meint, wir soll­ten die­se aus dem 31 Euro bestrei­ten, die wir monat­lich von der Pfle­ge­kas­se bekom­men kön­nen, also von denen wir den Ein­weg-Bett­schutz aktu­ell finanzieren.

Doch der Punkt ist: Die Pfle­ge­kas­se ist für die Grund­pfle­ge (Win­deln, Essen etc.) zustän­dig und das Absau­gen ist Behand­lungs­pfle­ge. Also, die 31 Euro müss­ten nicht dafür her­hal­ten und hin­zu wür­den wir am Ende drauf zah­len. Also gibt es mal wie­der ein Wider­spruch an die BKK.
Doch nun, was kos­ten denn 100 unste­ri­le Ein­weg-Hand­schu­he: Ein Anbie­ter aus dem Netz meint 7 Euro. Nicht viel Geld, doch aktu­ell haben wir pro Monat 4 Packun­gen ver­an­schlagt: Also 24 Euro, wobei es bei ande­ren teu­rer sein kann.
So und nun ein paar Argu­men­te, war­um Hand­schu­he not­wen­dig sind fürs Absau­gen, dafür zitie­re ich mich mal von ande­rer Stel­le selbst:

Doch war­um Hand­schu­he trotz eines Hän­de­des­in­fek­ti­ons­mit­tel (oder umge­dreht). Wie­der­um ganz ein­fach: Ein Hän­de­des­in­fek­ti­ons­mit­tel soll­te min­des­tens 30 Sekun­den und län­ger ein­wir­ken (je nach Her­stel­ler). Doch wenn ein Pati­ent abge­saugt wer­den muss, bleibt manch­mal nicht die Zeit, noch eine Minu­te zu war­ten und dann erst die Hand­schu­he anzu­zie­hen. Außer­dem, wer garan­tiert denn, dass das Des­in­fek­ti­ons­mit­tel alle Kei­me tötet. Schließ­lich, wenn es so wäre, müss­te kein Ope­ra­teur Hand­schu­he tragen.

So und was sagt der MDK dazu in sei­nem Heft: “MDK-Anlei­tung zur Prü­fung der Qua­li­tät nach den §§ 112, 114 SGB XI in der ambu­lan­ten Pflege”

Bei vor­her­seh­ba­rem oder wahr­schein­li­chem Erre­ger­kon­takt sowie bei mög­li­cher mas­si­ver Ver­un­rei­ni­gung mit Kör­per­ausschei­dun­gen, Sekre­ten und Exkre­ten sind Schutz­hand­schu­he anzu­zie­hen. Das betrifft zum Bei­spiel … den Umgang mit Beatmungs­schläu­chen, die Ent­lee­rung von Was­ser­fal­len, endo­tra­chea­les Absau­gen, Tra­cheo­s­tom­a­pfle­ge, Ent­sor­gung von Sekre­ten, Exkre­ten und Fäzes kon­ta­mi­nier­ten Mate­ria­li­en (z.B. Sto­ma). (S. 35. MDK-Anlei­tung zur Prü­fung der Qua­li­tät nach den §§ 112, 114 SGB XI in der ambu­lan­ten Pfle­ge – 10. Novem­ber 2005 -)

Soweit so gut und hof­fe mal der “Kampf um die Hand­schu­he” zieht sich nicht hin. Was mich bei der Sache aber an sich stört, ist, dass uns die Kas­se über ihre “Leis­tungs­än­de­rung” nicht auf­klärt, son­dern wir erfuh­ren dies erst über den Home-Care-Ser­vice. Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Pati­en­ten scheint wohl nicht mehr not­wen­dig zu sein, womit einem auch die Chan­ce genom­men wird, es zu ver­ste­hen. Letzt­end­lich stellt sich die Fra­ge, ob man sich einer lau­fen­den Leis­tung der Kas­se über­haupt noch sicher sein kann, da man, wie jetzt, jeder­zeit wie­der einen Auf­re­ger “ins Haus” bekommt.

Kate­go­rie: 



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