Winterschlupfsack – Zuschuss bleibt Zuschuss

Es wird wohl die Tage einen zweiten Widerspruch geben zum Winterschlupfsack (ich berichtete). Der Grund: Die Krankenkasse hat geschrieben und sie erhöht den Zuschuss von 125,- auf 160,12 Euro.

Wie die BKK für Heilberufe auf einen solchen Betrag kommt, ist für mich fraglich, aber Fakt ist, der Schlupfsack aus Echtpelz wird uns erstmal aberkannt. Der Webpelz (kostet ca. 60,- Euro weniger) sei dem gleichartig. Doch sind beide nicht "gleichartig", dies ist äußerlich an der Struktur des Fells ersichtlich und im Punkt Dekubitusprophylaxe ist das Echtfell nur das Richtige, denn darauf müssen wir achten. Warum? Nun die Maus wird im Becken fixiert, das heißt, sie sitzt, wo sie sitzt, immer auf der gleichen Stelle, auch wenn sie zwei Stunden im Buggy ist. Dies erhöht das Dekubitusrisiko (Wundaufliegen).

Da sich der Preis vom Schlupfsack (386,28 €) nicht geändert hat, so müssten wir nun statt 261,28 nun 226,16 Euro selbst bezahlen für den Echtfellsack. Die Kasse meint zwar, wir hätten nur einen Eigenanteil von 165,94 Euro zu bezahlen. Doch ist die Rechnung nur mit den Schlupfsack aus Webpelz gemacht worden.

Aber was ich überhaupt nicht verstehe (oder vielleicht ist Düsseldorf, der Sitz der Kasse, ein teures Pflaster), nach ihrer Meinung kostet ein "normaler" Winterschlupfsack, also der Fußsack für den Kinderwagen / Buggy, um die 165,94 Euro. Doch meine Recherche im Internet ergab: der Durchschnitt für einen Universal-Fußsack liegt um die 30 bis 40 Euro. Ein Fußsack aus Lammfell, da ging es los mit 75 Euro. Natürlich, es sind nach oben ihn keine Grenzen gesetzt, doch geht es ja um den Durchschnittspreis. Nebenbei, es gibt schon einfache Standard-Schlupfsäcke für Rollstühle unter 100 Euro und der Rehamarkt sei doch immer teurer. Also ich möchte echt gerne wissen, wo denn die Sachbearbeiterin ihre Produkte des täglichen Lebens kauft, wenn solche Preisunterschiede bestehen. Für 129,- Euro habe ich bei einem Versand soger ein Gesamtpaket gefunden: Buggy mit Regendach und Fußsack.

Und welches gesundes oder nichtbehinderte Kind braucht im dritten Lebensjahr noch einen Schlupfsack, wenn es doch läuft? Womit eine weitere Frage ganz oben steht: Müssen wir überhaupt einen Eigenanteil zahlen? Denn Winterkleidung müssen wir trotzdem kaufen. Der Schlupfsack gleicht nur die Behinderung aus: Kein Laufen macht fehlende Muskelarbeit und somit fehlende Wärmeproduktion. Jeder, der mal im Winter im Auto mit kaputter Heizung gefahren war, kann dies sicherlich bestätigen. Man friert, obwohl man winterlich gekleidet ist. Zumindest in meinen damaligen Wartburg erging es mir häufig so.

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Dirk Strecker

Er arbeitet im und führt das PflegeTeam von Linn im Arbeitgebermodell (PflegeTeam bei Zitronenzucker) - gepaart mit seinen Erfahrung aus der Leitungsarbeit in ambulanten Kinderkrankenpflege / Intensivpflege. D.S. administriert Selbsthilfe-Webprojekte und wirkt vor Ort mit bei Themen der Selbsthilfe, Integration - Inklusion und der Kinderhospizarbeit. Er war Koordinator für den Kinderhospizdienst und berät jetzt beim Bundesverband Kinderhospiz.

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